Gesell­schaft­liche Folgen

Betroffene mit Rechenschwäche lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Einzelne stehen zu ihren Schwierigkeiten, versuchen entsprechenden Aufgaben aber ‘auszuweichen’, indem sie diese z.B. weiterdelegieren. Andere versuchen ihre Schwäche gänzlich zu verbergen. Unter Umständen sind dann nur sehr nahestehende Personen über die Rechenschwäche informiert und werden in bestimmten Situationen um Hilfe gebeten.

Für das persönliche Umfeld müssen die Folgen nicht zwangsläufig belastend sein, soweit die Betroffenen sich erfolgreich mit ihrer Situation arrangiert haben. Von grösseren Auswirkungen ist das persönliche Umfeld insbesondere dann tangiert, wenn zugleich eine Lese- und Schreibschwäche vorliegt. Diese Kombination führt häufig zu permanentem Stress und einem Vermeidungsverhalten der Betroffenen in zahlreichen Alltagssituationen, so dass insbesondere nahestehende Vertrauenspersonen (Kinder, Eltern, Freunde) ebenfalls unter den Folgen leiden. Weitere Konsequenzen drohen im finanziellen Bereich, da betroffene Personen ihr (Leistungs-) Potenzial in der Berufswelt teilweise nicht ausschöpfen können und erhöhte Gefahr laufen, in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt zu sein. Folglich steigt das Risiko für Armut und Arbeitslosigkeit, was das Umfeld der betroffenen Person gleichermassen betrifft. Darüber hinaus kann die Rechenschwäche das Selbstwertgefühl der betroffenen Person mindern und sich in für Dritte spürbarem Stress und Angst manifestieren.

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Literaturhinweise:

European Association for the Education of the Adults. 2018. The life skills approach in Europe, abrufbar unter: PDF-Dokument

Ise, Elena und Gerd Schulte-Körne. 2013. Symptomatik, Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 41(4):271–282. DOI: https://doi.org/10.1024/1422-4917/a000241.

Notter, Philipp, Claudia Arnold, Emanuel von Erlach, und Philippe Hertig. 2006. Lesen und Rechnen im Alltag: Grundkompetenzen von Erwachsenen in der SchweizNeuchâtel: Bundesamt für Statistik.

OECD. 2005. Definition und Auswahl von Schlüsselkompetenzen, abrufbar unter: PDF-Dokument

Weitere verwendete Literatur

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