Grund- und Schlüssel­kompetenzen

Um den Ansprüchen des privaten, beruflichen oder gesellschaftlichen Alltags gewachsen zu sein, sind verschiedenste Kompetenzen notwendig. Dabei nimmt ein Mensch situativ unterschiedliche Rollen ein, sei es als Lernender, Elternteil, Arbeitskraft, Bürger/in oder Konsument/in, die jeweils spezifische Fähigkeiten und Kenntnisse erfordern.

Eine Kompetenz ist aber «mehr als nur Wissen und kognitive Fähigkeiten. Es geht um die Fähigkeit der Bewältigung komplexer Anforderungen» (Definition nach OECD 2005). In diesem Zusammenhang ist häufig von Schlüsselkompetenzen die Rede, da sie in unterschiedlichen Lebensbereichen, das heisst in der Arbeitswelt, dem privaten Alltag und im politischen Leben relevant sind:

Schlüsselkompetenzen sind diejenigen Kompetenzen, die alle Menschen für ihre persönliche Entfaltung und Entwicklung, Vermittelbarkeit, soziale Inklusion, eine nachhaltige Lebensweise, ein erfolgreiches Leben in friedlichen Gesellschaften, eine gesundheitsbewusste Lebensgestaltung und aktive Bürgerschaft benötigen. Sie werden im Sinne des lebenslangen Lernens von Kindesbeinen an während des gesamten Erwachsenenlebens durch formales, nichtformales und informelles Lernen in allen Umgebungen entwickelt: in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und anderen Gemeinschaften. Definition des Rats der Europäischen Union 2018

Das Ausschöpfen des eigenen Entfaltungspotenzials und das Erreichen persönlicher Ziele erfordert demnach spezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten. Fähigkeiten (englisch Abilities) sind oft angeboren, können aber weiterentwickelt werden. Fertigkeiten (englisch Skills) sind mit Fachwissen gleichzusetzen und können durch Bildung oder Arbeitserfahrung erworben werden.

Laut europäischem Referenzrahmen sind vor allem 8 Schlüsselkompetenzen von Bedeutung:

  • Lese und Schreibkompetenz
  • Mehrsprachenkompetenz
  • Mathematische Kompetenz und Kompetenzen in Naturwissenschaft, Informatik und Technik
  • Digitale Kompetenz
  • Persönliche, soziale und Lernkompetenz
  • Bürgerkompetenz
  • Unternehmerische Kompetenz
  • Kulturbewusstsein und kulturelle Ausdrucksfähigkeit
nach EU-Referenzrahmen, festgehalten durch Rat der Europäischen Union 2018

Die acht Schlüsselkompetenzen gelten als gleichwertig und ‘transversal’, d.h. sie sind übergreifend in unterschiedlichen Umgebungen relevant. Sie sind nicht als Spezialwissen aufzufassen, sondern allgemein für die persönliche Entfaltung und soziale Integration wichtig. Die Schlüsselkompetenzen hängen zusammen und sind nicht voneinander losgelöst zu betrachten. Drei der ersten vier Schlüsselkompetenzen zählen zu den Grundkompetenzen, wie sie auch im schweizerischen Weiterbildungsgesetz nach Art. 13 Abs 1. aufgeführt sind und Gegenstand dieses Fachportals sind.

Literaturhinweise:

Bundesamt für Statistik. 2017. Weiterbildung in der Schweiz 2016. Neuchâtel: Bundesamt für Statistik.

European Association for the Education of the Adults. 2018. The life skills approach in Europe, abrufbar unter: PDF-Dokument.

Grotlüschen, Anke, und Wibke Riekmann (Hrsg.). 2012. Funktionaler Analphabetismus in Deutschland: Ergebnisse der ersten leo. - Level-One Studie. Münster New York München Berlin: Waxmann.

OECD. 2005. Definition und Auswahl von Schlüsselkompetenzen, abrufbar unter: PDF-Dokument

Rat der Europäischen Union. 2018. Empfehlung des Rates vom 22. Mai 2018 zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen. Rat der Europäischen Union.

Schweizerische Eidgenossenschaft. 2013. Botschaft zum Bundesgesetz über die Weiterbildung.

Schweizerische Eidgenossenschaft. 2016. Bundesgesetz über die Weiterbildung (WeBiG).

Schweizerische Eidgenossenschaft. 2018. Häufig gestellte Fragen zum Weiterbildungsgesetz (WeBiG).

Weitere verwendete Literatur

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